Philosophie von Stimme Körper Klang und der Ausbildung

FSK (Funktionale Stimm- und Körperentwicklung) bezieht seine wichtigsten Impulse aus dem Feldenkrais,  der F.M. Alexander Technik, dem Funktionalen Stimmtraining und diversen Theaterformen. Einzigartig ist die Integration – nicht die Summierung – dieser Methoden. Das führt zu einer spielerisch-analytischen Praxis. Vorreiter ist hier vor allem Franziskus Rohmert. Neuere Einflüsse (Konzept Klangkontakt, Reflexion akustischer Begriffe und Praxis interaktives Sonagramm) sind Heinz Stolze zu verdanken.

Einzigartig im FSK ist die Integration – nicht die Summierung – von Methoden. Das  führt zu einer spielerisch-analytischen Praxis, in der die Wechselwirkungen von Klang und Bewegung keine vage Spekulation bleiben, sondern vielfältig erfahrbar werden. Der Klang ist nicht bloßer Abdruck physischer Vorgänge, sondern gestaltet diese selbst. Die Wechselwirkungen von Klang und Bewegung bleiben keine Spekulation, sondern werden vielfältig erfahrbar.

FSK ist nicht auf eine bestimmten Sing- oder Sprechstil und nicht auf ein bestimmtes Bewegungsschema beschränkt. Übungen und Interventionen können direkt in Präsentation und Vortrag, Sprechen und Singen, Schauspiel und Tanz, Autofahren und Zähneputzen eingreifen.

Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert und beinhalten alles, was mit Bewegungs- und Ausdrucksqualität, mit Haltung und Kommunikation zu tun hat. Dazu gehören typischerweise die Prävention von Stimm- und Haltungsproblemen, Ausweitung des Ausdrucksspektrums.  FKS nutzt Schülern / Patienten / Klienten mit allgemeinen wie mit sehr spezifischen Probleme und Zielen. Musikalisch etwa kann es um die Erweiterung des Tonhöhen- und Dynamikumfangs und die Tragfähigkeit, um Vibrato und 2. Sängerformanten gehen. Aber auch um Menschen, die Probleme haben, einen Ton richtig nachzusingen oder die mit Redeangst kämpfen oder einfach mal nur sich selbst, die eigen Stimme, das eigene Potential erleben möchten.

FSK fängt da an, wo viele Therapien mit einem Appell aufhören: bei den alltäglichen Atem- und Bewegungs- und Phonationsgewohnheiten. Bei dem, wie Sie über sich und den Aufwand, den Sie zum Erreichen Ihrer Ziele zu benötigen glauben, denken.

Übungen, Spielzeuge und konzeptionelle Perspektiven des FSK werden von Therapeuten wie Künstlern als höchst spannend und gewinnbringend wahrgenommen. FSK bietet Profis wie Laien (also Schülern, Studenten , Patienten und Klienten jeglichen „Niveaus“)  neue Einsichten und Erfahrungen.

Staunen

In den Beziehungen zu Schüler, Patienten oder Publikum gibt es stets staunenswertes. Das Staunen über einschränkende Gewohnheiten sowie über Potentiale in Stimme und Bewegung und das Staunen über konzeptionelle Gewohnheiten, in denen wir uns denkend, wünschend und hoffend bewegen sind Antrieb für diese Arbeit.

Leichtigkeit

Am Anfang steht die Verblüffung darüber, wie wenig es braucht, um so leicht zu werden, wie leicht es fällt, tiefe Gewohnheiten aufzugeben und wie selbstverständlich Körper und Stimme die neu sich öffenenden Wege betreten.

Hier & Jetzt

FSK spielt in der Gegenwart. Natürlich hat ein Stimmklang oder die Organisation des Körpers eine Vorgeschichte.  Wie die Methoden, aus denen sich das FSK speist, auch, nimmt das FSK den Aspekt, dass eine Geschichte erzählt werden will, ernst, und regt Neufassungen an. Diese ermöglichen, aus dem Labyrinth alter Geschichten einen neuen Weg zu finden . (Vielleicht, anstatt immer an der Wand lang, durch den Gulli? Über die Mauern?)

Prozeßoffenheit

Für eine solche Prozessoffenheit müssen Ziele und Ideale nicht aufgegeben werden. Der Umgang mit diesen aber wird ruhiger wenn der Wert erkannt wird, den der gegenwärtige Zustand (die heutige Abweichung vom Optimum) für sich hat. Die Beschäftigung mit einem Ideal ist dann der ethischen Handlung ähnlich: diese schielt eben nicht auf die Folgen (mögen sie Belohnung oder Strafe beinhalten).

Stimulative Stimmpraxis

In der stimulativen Stimmpraxis des FKS ist die Rolle des Lehrers nicht die des „Vormachers“.  Stimulative Stimmpraxis ermöglicht Gleichrangigkeit und Freiheit in der Beziehung von Therapeut und Patient, Schüler und Lehrer.  Stimualtive Stimmpraxis funktioniert vor dem Hintergrund des Wissens um die vielfältigen Möglichkeiten des Körpers, sich auf bestimmte Funktionen einzustellen. Es gibt nicht eine Art des Aufstehens, nicht eine Art, ein „A“ zu formen, nicht eine Art, sich zu halten, zu atmen, Rilke zu rezitieren, eine Rede einzuleiten oder einen Witz zu erzählen. Also auch keine eine richtige Art all das zu tun.

FSK selbst ist ein offener Prozess. Tradierte Körpertechniken und Stimmübungen werden erprobt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse praktikabel gemacht.

Wissenschaft, Therapie und Kunst

FSK bewegt sich im Spannungsfeld von Wissenschaft, Therapie und Kunst. Sie folgt aber keiner falsch verstandenen Wissenschaftlichkeit, nach der alles quantifizierbar sein muß.

Philosophisches Denken befasst sich  mit der eigenen Herkunft. Das betrifft den begrifflichen Rahmen von Feldenkrais, Alexander Technik und Funktionalem Stimmtraining genauso wie den Ablauf von Übungen und die Erklärungen zu Wirkung und Zweck einer Methode.

Neue Modelle wie etwa Tensegrity und die neueren Forschungen zu den Faszien werfen ein spannendes Licht auf diese Fragen. Heinz Stolzes Konzept des Klangkontakts stellte eine gelungene Synthese von Forschung (hier: Akustik) und Anwendung dar. Über Umwege findet man manchmal zurück zu ganz ursprünglichen Lernformen - wie dem Miteinander-Tönen.

Wie tickt wer?

FSK fördert das Verständnis der eigenen Bewegungs- Haltungs - und Phonationsformen. Es befähigt zum Austausch mit anderen (Schüler, Patienten, Kollegen) und gibt Anstöße zum eigenen Lesen der Literatur. Welches Vokabular, welche Begriffe verwenden die unterschiedlichen Methoden, aus denen FSK sich speist? Wie stehen andere Methoden zu Fragen wie Haltung,  Atmung, Klang? Welche Rolle spielt das Hören in der Sprecherziehung, welche im Gesangsunterricht, welche im Funktionalen Stimmtraining? Was können an Faszien Interessierte Ostheopathen von den mit vibrierenden Myofaszien befassten Stimmbildern lernen? Usw.

 In der Ausbildung werden diese Fragen nicht “erschöpfend” behandelt  - aber  Anknüpfpunkte gegeben, erste Schritte auf das interdisziplinäre Terrain gewagt.

Welches sind die Fragen, die Sie bewegen, die Ihren Prozeß am Laufen halten?

Effektiv & innovativ

Effektiv ist die Hand-On Körperarbeit, die F.M. Alexander entwickelte und von Feldenkrais variiert wurde. An diesem Kern gibt es nichts zu verbessern. Es lohnt sich aber, Anknüpfpunkte zu anderen Bewegungs- und Berührungsformen wie in der myofaszialen Arbeit etwa zu nutzen, neue Zugänge zum Kern zu schaffen. Und: nicht jede Methode ist für alle Probleme oder Ziele gleich gut geeignet.   FSK interessiert sich für die Spielregeln, die effektiven Methoden zugrunde liegen, versucht diese zu formulieren und zu übertragen.

Innovativ ist die Integration des Klangs in Körpermethoden. Er gibt einerseits Informationen, die das Auge und die Hände nicht bekommen. Andererseits eröffnet er durch seine Wirkung auf Haltung, Atmung und Bewegung völlig neue Spielfelder für die Körperarbeit.

Hören, Fühlen, Sehen – welches ist Ihr Talent?

Therapeuten, Stimm- oder Bewegungslehrer haben unterschiedliche Talente. Mancher hat einen guten Zugang zu differenziertem Hören, mancher eher zu feinfühliger Berührung, ein anderer sieht mehr als er fühlt oder hört. FKS spricht alle Formen der Wahrnehmung und der Empfindung an. Teilnehmer der Ausbildung können sich auf „ihrem Gebiet“ verbessern und Brücken schlagen zu den weniger entwickelten. Jeder Teilnehmer der Ausbildung wird also auch einen ganz eigenen Unterrichtsstil entwickeln.

Fertig?

Wenn Sie eine Ausbildung in FSK durchlaufen, sind Sie am Ende nicht fertig, in keiner Hinsicht. Sie sind aber gut vorbereitet, um Ihren Weg alleine weiter zu gehen.